Tricky Women 2011

Internationales Animationsfilmfestival, 10.-14.März 2011

Sein zehnjähriges Jubiläum feierte Tricky Women mit einem grandiosen Antritt im Gartenbaukino. Seit 2001 bringt das Festival internationale Animationsfilmkunst von Frauen nach Wien. Neben dem Wettbewerbsprogramm mit über 40 Produktionen, waren auch zahlreiche, spannende Special Programs zu sehen: Von „Animated Documentaries“ über „Music & Dance“, „Österreich Panorama“ bis „Made in China“ um nur einige zu erwähnen. Mit „Milestones“ wurde eine großartige und zugleich sehr persönliche Auswahl von Meilensteinen des weiblichen Animationsfilms präsentiert: Zehn renommierte VertreterInnen des internationalen Trickfilms wählten die drei für sie wichtigsten Filme. Das Ergebnis waren drei sehr unterschiedliche Programme mit Filmen von 1933 bis 2010.

Caroline Leaf, der Meisterin der Direct Animation, wurde ein eigener Schwerpunkt gewidmet. Leaf verwendet innovative Techniken, wie die Animation von Sand auf Glas oder das Kratzen von Filmmaterial.

So verschieden wie die angewandten Techniken – direkte Bearbeitung von Film, Stop-Motion, Claymation, Computeranimation etc. so unterschiedlich sind auch die Themen und Stories der Produktionen.

„Animation operates in a unique area where absolutely anything is possible. It can be magical. It can conjure up dreams and fantasies and make them real. It is a different way of seeing and thinking. It can be suggestive, poetic and hard-hitting.”

Vera Neubauer

Wer sich über Ausbildungsmöglichkeiten, Techniken und neueste Trends informieren wollte, konnte beim internationalen Forum „Connecting Animation“ im Filmmuseum Vorträgen von ExpertInnen lauschen oder aber informellen Austausch pflegen.

Soviel Inspiration animiert denn auch zum Selbermachen. Und wie immer gab es die Gelegenheit in Workshops für EinsteigerInnen selbst Hand anzulegen und gemeinsam im Team Ideen umzusetzen. Diesmal im Trickfilmstudio des Museumsquartiers.

 

Die diesjährigen Preisträgerinnen

Der Hauptpreis der Stadt Wien ging an Elli Vuorinen aus Finnland mit „Kieliiettyni/The Tongueling“ (FI 2010).

Kielitiettyni / The Tongueling

Kieliiettyni/The Tongueling

Jede Zunge auf der Suche nach dem passenden Gegenstück.

Jurybegründung: „It walks on a fine line between something tabooised and repellant and something human and warm. It achieves this through its particular visual language and sound design.”

 

 

Michaela Müller aus der Schweiz erhielt das dreimonatige Arbeitsstipendium des „Artist in Residence“ Programms des quartier21 im Museumsquartier mit „Miramare“ (CH/HR 2009).

Miramare

Miramare

Kindheitserinnerungen, Ferien am Meer. Doch wer wohnt jenseits der Touristenzone? Handkameratechnik im Medium Malerei.

Jurybegründung: „It evokes the atmosphere of life, intensified because it is through the eyes of children. The painterly technique is magnificent.“

 

 

Anita Killi aus Norwegen erhielt den Synchro Film&Video-Sachpreis mit „Sinna Mann/Angry Man“ (NO 2009).

Sinna Mann/Angry Man

Sinna Mann/Angry Man

Ein kleiner Junge durchbricht das Schweigen und damit den Teufelskreis der Gewalt seines Vaters gegen die Mutter. Fairy-Tale Happyend inklusive.

Jurybegründung: „It takes the fairy tale into a new context. Its visual language of anger is extremely affecting and original.“

 

Spezielle Erwähnungen der Jury erhielten „Die Gedanken sind frei/Thoughts Are Free“ (DE 2009) von Urte Zintler, „Kuka Kehtaa?/Who dares?“ von Sanni Lahtinen (FI 2010) und “V Masstabe/In Scale” (RU 2009) von Marina Moshkova.

Den Preis für österreichischen Animationsfilm erhielt Adele Raczkövi mit “Looking for Love” (AT 2010) und die Wahl des Publikumslieblings 2011 fiel auf „Fröken Märvärdig & Karriären/Miss Remarkable And Her Career“ (SE 2010) von Joanna Rubin Drange.

Fazit:

Tricky Women hat sich in 10 Jahren zu einem inhaltlich hochwertigen Festival mit spannendem Rahmenprogramm entwickelt. Es fördert den internationalen Austausch von Animationsfilmmacherinnen, bietet einen Überblick über das weite Spektrum des Animationsfilms abseits vom bekannten Mainstream und inspiriert lokale KünstlerInnen und alle, die sich für das Medium interessieren.

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